Schwangerschaft

Frieren in der Schwangerschaft: Warum es passiert und was hilft

Frieren in der Schwangerschaft ist oft harmlos. Erfahre Ursachen im 1., 2. und 3. Trimester, wann Eisenmangel möglich ist und wann du zum Arzt solltest.

Von Andac Aktualisiert am 28.07.2026
Frieren in der Schwangerschaft: Warum es passiert und was hilft

Frieren in der Schwangerschaft ist ein häufiges Thema, das viele werdende Mütter verunsichert. Vielleicht sitzt du warm angezogen im Wohnzimmer und frierst trotzdem, während andere die Temperatur angenehm finden. Besonders am Anfang der Schwangerschaft berichten viele Frauen von Kältegefühl, kalten Händen oder kalten Füßen.

In den meisten Fällen ist Frieren in der Schwangerschaft harmlos. Dein Körper verändert sich hormonell, der Kreislauf arbeitet anders und auch Blutdruck, Stoffwechsel und Energiebedarf können dein Temperaturempfinden beeinflussen. Trotzdem gibt es Situationen, in denen starkes oder plötzlich auftretendes Frieren ärztlich abgeklärt werden sollte.

In diesem Artikel erfährst du, warum Frieren in der Schwangerschaft auftreten kann, welche Ursachen je nach Trimester möglich sind, wann Eisenmangel oder die Schilddrüse eine Rolle spielen können und was dir gegen das Kältegefühl hilft.

Warum frieren viele Frauen in der Schwangerschaft?

Während der Schwangerschaft arbeitet dein Körper auf Hochtouren. Hormone, Kreislauf, Blutvolumen und Stoffwechsel passen sich an die Versorgung deines Babys an. Diese Veränderungen können dazu führen, dass du Kälte stärker wahrnimmst als sonst.

Hormonelle Veränderungen

Schon früh in der Schwangerschaft verändert sich der Hormonhaushalt. Diese Umstellung kann Einfluss auf Kreislauf, Blutgefäße und Temperaturempfinden haben. Manche Frauen fühlen sich dadurch wärmer, andere frieren schneller.

Niedriger Blutdruck und Kreislauf

Viele Schwangere haben besonders im ersten Trimester einen niedrigeren Blutdruck. Dadurch kann die Durchblutung in Händen und Füßen zeitweise schwächer sein. Kalte Hände, kalte Füße oder allgemeines Frieren können die Folge sein.

Veränderte Blutverteilung

Dein Körper versorgt Gebärmutter, Plazenta und Baby zunehmend stärker. Dadurch kann sich die Blutverteilung verändern. Manche Frauen merken das vor allem an den Extremitäten, also an Händen und Füßen.

Übelkeit, wenig Essen oder Gewichtsverlust

Wenn du wegen Schwangerschaftsübelkeit weniger isst oder Gewicht verlierst, kann dein Körper weniger Energie zur Wärmebildung haben. Auch eine geringere Fettschicht kann dazu führen, dass du schneller frierst.

Eisenmangel oder Blutarmut

Starkes Frieren kann in manchen Fällen mit Eisenmangel oder Blutarmut zusammenhängen. Typische zusätzliche Anzeichen sind Müdigkeit, Blässe, Schwindel, Konzentrationsprobleme, Kurzatmigkeit oder Herzklopfen. Ob ein Eisenmangel vorliegt, lässt sich nur über Blutwerte sicher feststellen.

Schilddrüse

Auch eine Schilddrüsenunterfunktion kann Kälteempfindlichkeit, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, trockene Haut oder Verstopfung verursachen. Wenn du sehr stark frierst oder weitere Beschwerden bemerkst, solltest du dies bei deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt ansprechen.

Frieren in der Schwangerschaft nach Trimester

Frieren im 1. Trimester

Im ersten Trimester ist Frieren besonders häufig. Der Körper stellt sich auf die Schwangerschaft ein, der Hormonhaushalt verändert sich und der Blutdruck kann sinken. Auch Übelkeit, Appetitlosigkeit und Müdigkeit können dazu beitragen, dass du dich schneller kalt fühlst.

Wenn du wissen möchtest, wie weit deine Schwangerschaft ist, kannst du unseren Schwangerschaftsrechner nutzen oder im Schwangerschaftskalender nach deiner aktuellen Woche schauen.

Frieren im 2. Trimester

Viele Frauen fühlen sich im zweiten Trimester stabiler, weil Kreislauf und Energielevel sich häufig verbessern. Trotzdem kann Frieren im 2. Trimester weiterhin vorkommen. Besonders wenn zusätzlich starke Müdigkeit, Blässe, Schwindel oder kalte Hände und Füße auftreten, sollte ein möglicher Eisenmangel ärztlich abgeklärt werden.

Mehr zur Entwicklung in dieser Phase findest du in unserem Artikel zum 2. Trimester der Schwangerschaft.

Frieren im 3. Trimester

Im dritten Trimester ist dein Körper stärker belastet. Das zusätzliche Gewicht, schlechter Schlaf, Kreislaufveränderungen und die Vorbereitung auf die Geburt können dein Wohlbefinden beeinflussen. Frieren kann auch jetzt harmlos sein, sollte aber beobachtet werden, wenn es plötzlich stark wird oder mit Erschöpfung, Atemnot, Herzrasen oder Schwindel einhergeht.

Ist Frieren in der Schwangerschaft gefährlich?

In den meisten Fällen ist Frieren in der Schwangerschaft nicht gefährlich. Es ist oft eine normale Reaktion auf körperliche Veränderungen. Entscheidend ist, ob das Frieren allein auftritt oder ob weitere Beschwerden dazukommen.

Harmloses Frieren bessert sich oft durch warme Kleidung, Bewegung, warme Getränke oder Ruhe. Wenn das Kältegefühl jedoch sehr stark ist, plötzlich auftritt oder dich im Alltag deutlich einschränkt, solltest du es medizinisch abklären lassen.

Wann solltest du ärztlichen Rat einholen?

Bitte sprich mit deiner Frauenärztin, deinem Frauenarzt oder deiner Hebamme, wenn das Frieren zusammen mit einem oder mehreren dieser Symptome auftritt:

  • starke Müdigkeit oder Schwäche
  • Schwindel oder Ohnmacht
  • Atemnot oder Herzrasen
  • blasse Haut
  • bläuliche Lippen oder Finger
  • starke Kopfschmerzen
  • unerklärlicher Gewichtsverlust
  • depressive Verstimmung oder starke Antriebslosigkeit
  • anhaltendes Frieren trotz warmer Umgebung

Mögliche Ursachen können zum Beispiel Eisenmangel, niedriger Blutdruck, Infekte oder eine Schilddrüsenunterfunktion sein. Eine sichere Einschätzung ist nur durch medizinische Untersuchung und gegebenenfalls Blutwerte möglich.

Frieren und das Geschlecht des Babys: Mythos oder Hinweis?

Viele Schwangere fragen sich, ob Frieren ein Hinweis auf das Geschlecht des Babys sein könnte. Es gibt den Mythos, dass starkes Frieren eher auf ein Mädchen hindeutet, während vermehrtes Schwitzen eher mit einem Jungen verbunden wird.

Für diesen Zusammenhang gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Belege. Ob du frierst oder schwitzt, hängt viel eher mit Hormonen, Kreislauf, Stoffwechsel, Blutdruck, Ernährung und deinem allgemeinen Wohlbefinden zusammen.

Was hilft gegen Frieren in der Schwangerschaft?

Warme Kleidung im Zwiebellook

Mehrere dünne Schichten halten oft besser warm als ein einzelnes dickes Kleidungsstück. Achte auf warme Socken, bequeme Kleidung und Materialien, die Feuchtigkeit gut regulieren.

Warme Getränke und Mahlzeiten

Tee, warme Suppen, Eintöpfe oder warme Frühstücksmahlzeiten können dir helfen, dich von innen aufzuwärmen. Wenn dir häufig übel ist, können kleinere warme Mahlzeiten über den Tag verteilt angenehmer sein.

Leichte Bewegung

Spaziergänge, sanftes Dehnen oder Schwangerschaftsyoga können die Durchblutung anregen. Wenn du Kreislaufprobleme hast, starte langsam und sprich bei Unsicherheit mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme.

Wärmequellen vorsichtig nutzen

Eine Wärmflasche, ein Kirschkernkissen oder ein warmes Bad können angenehm sein. Achte darauf, Wärme nicht zu heiß anzuwenden. Ein Bad sollte angenehm warm, aber nicht überhitzt sein.

Auf Eisen und Nährstoffe achten

Eine ausgewogene Ernährung unterstützt deinen Körper in der Schwangerschaft. Eisen, Folsäure, Jod, Vitamin D und weitere Nährstoffe spielen eine wichtige Rolle. Mehr dazu findest du in unseren Artikeln zu Ernährung in der Schwangerschaft und Vitaminen und Mineralstoffen in der Schwangerschaft.

Häufige Fragen zu Frieren in der Schwangerschaft

Warum friere ich in der Schwangerschaft so stark?

Hormonelle Veränderungen, niedriger Blutdruck, veränderte Durchblutung, Übelkeit, wenig Essen oder Eisenmangel können dazu führen, dass du in der Schwangerschaft stärker frierst.

Ist Frieren in der Schwangerschaft normal?

Ja, Frieren kann in der Schwangerschaft normal sein, besonders im ersten Trimester. Wenn es sehr stark ist oder mit Beschwerden wie Schwindel, Blässe, Herzrasen oder starker Müdigkeit auftritt, solltest du es abklären lassen.

Was bedeutet Frieren im 2. Trimester?

Frieren im 2. Trimester kann weiterhin harmlos sein. Wenn zusätzlich Müdigkeit, Blässe, Konzentrationsprobleme oder Schwindel auftreten, kann ein Eisenmangel eine mögliche Ursache sein.

Kann Frieren auf Eisenmangel hinweisen?

Ja, starkes Frieren kann zusammen mit Müdigkeit, Blässe, Schwindel oder Kurzatmigkeit auf Eisenmangel oder Blutarmut hinweisen. Sicher feststellen lässt sich das nur durch eine Blutuntersuchung.

Kann Frieren mit der Schilddrüse zusammenhängen?

Ja, Kälteempfindlichkeit kann ein Symptom einer Schilddrüsenunterfunktion sein. Weitere mögliche Anzeichen sind Müdigkeit, Antriebslosigkeit, trockene Haut, Verstopfung oder Gewichtszunahme.

Welche Hausmittel helfen gegen Frieren in der Schwangerschaft?

Warme Kleidung, warme Getränke, Suppen, leichte Bewegung, warme Socken und vorsichtig eingesetzte Wärmequellen wie ein Kirschkernkissen können helfen.

Sagt Frieren etwas über das Geschlecht des Babys aus?

Nein. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Frieren in der Schwangerschaft das Geschlecht des Babys vorhersagen kann.

Fazit: Frieren in der Schwangerschaft ist meist harmlos

Frieren in der Schwangerschaft ist häufig und meistens kein Grund zur Sorge. Besonders im ersten Trimester können hormonelle Veränderungen, niedriger Blutdruck und Kreislaufumstellungen das Kältegefühl verstärken. Im 2. Trimester sollte starkes Frieren zusammen mit Müdigkeit, Blässe oder Schwindel an Eisenmangel denken lassen. Auch die Schilddrüse kann eine Rolle spielen.

Achte auf warme Kleidung, regelmäßige Bewegung, ausreichend Ruhe und eine ausgewogene Ernährung. Wenn das Frieren sehr stark ist, plötzlich auftritt oder mit weiteren Symptomen einhergeht, solltest du ärztlichen Rat einholen.

Quellen und weiterführende Informationen

Redaktioneller Hinweis

Dieser Artikel wurde von der ElternBaby-Redaktion erstellt und zuletzt am 28.07.2026 aktualisiert.

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